Festzeitung für den Herrenabend des dram. Vereins

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IMG_004 Vorwort
Hier sind wir versammelt zu üblichem Tun,
Wir wollen unsere Lorbeern begießen!
Doch jetzt lasst das Schwatzen und Saufen ruhn.
Die Bierzeitung woll’n wir genießen!
Das Festkomitee tut gaffen wohl echt,
Was man im ganzen Jahr vollbracht,
Was im Verein ist vorgekommen,
Er würde belächelt, verulkt und gerügt.
Auch manches Bildnis ist aufgenommen,
Ein jeder hat was abgekriegt.Doch dass man darob keine Galle sieht,
Dass keiner ein schiefes Mäulchen zieht!Drum, eh diese Zeitung wird verlesen,
Präside! Gebrauch einen eisernen Besen:
Hinaus mit der ganzen Philisterschaft,
die stets nur nach Anstand und Sitte gafft!
Hinaus mit dem Pack von Abstinenten,
die den alten Germanenstamm verschänden!
Gambrinus hat verdammt diese Schar,
Der Teufel hol sie mit Haut und Haar!Ein kerniger Mann ist uns was wert,
der lustig ist und den Becher leert!
IMG_005 Doch wer liebzeizenden Mägdelein
und reife Äpfel sieht mit Pein,
Wer keinen Spaß vertragen kann,
der seh‘ sich die Türe von aussen an!
Froh sind wir Dramaten frisch, frank und frei,
bei allen lustigen Streichen dabei
Sind jedem hübschen Mädchen gut
das feurig küsst und nicht spöde tut!
Wir sind selbst im Pech noch kreuzfidel,
Haben stets eine trockene durstige Kehl‘:
Drum Bruder aus tiefstem Herzensgrunde
setzt allesamt an eine frische Runde!Hoch lebe unsere Jugendzeit!
Hoch lebe jede liebliche Maid!
Hoch lebe Kameradschaft und Treu!
Es lebe das gelbliche Gerstengebräu!
Es lebe Bacchus im Kranz seiner Reben!
Es lebe die Liebe! Es lebe das Leben!
Es lebe die Jugend mit forschem Trieb.
Oh, dass sie ewig blühen blieb!
IMG_006 Kneipenordnung
1. Dem Kommando des Präsidenten ist unbedingt Folge zu leisten. Jeder darf soviel saufen, wie er vor Gott und seinem Magen verantworten kann. Motto: „Wie’s liebe Vieh in Göttingen“. Jeder darf tun, lassen, schmöken, was er will. Es muss natürlich ein halbwegs europäisches Benimm mit demgemäßer Diesbezüglichkeit über dem Ganzen liegen.2. Jeder Teilnehmer wird angeulkt; er hat dabei weder eine Miene zu verziehen noch Galle abzusondern. Keinem darf das Zwerchfell in den unaussprechlichen Hosenboden sinken. Es ist verboten, schiefe Gesichter, getretene Hühneraugen oder geknickte Leberwürste zu spielen.3. Während der Kneipe ist folgendes verpönt:

      1. Harzkäse 2. Scheitelhugo 3. Schweißfüße 4. Drehorgelmusik zum Zwecke des Tanzbeinschwunges 5. Flohzirkusse, selbst nicht unter Garantie, dass Desertation ausgeschlossen 6. Schnurrpfeifereieen, Müllerei, Barfußlauf und andere Zimmerrasenspiele, damit hierbei keine Biergläser infolge Kaputfallens entzwei gehen
    Auch sollte man nicht durch Piane und sonstige weibliche Handarbeiten die Trommelfelle der Patienten in Wallung versetzen. Denn derartige Dergleichigkeiten gehören nicht zum Pläsiervergnügen der Zechgenossen. Da darf weder pietzgenickt, schnapsgespüllt, kohlgepinkelt, geschnupft, geknutscht, noch extra-muoos Tabak auf chemischem Wege in Gestank verwandelt werden.
IMG_007 4. Das Mitbringen von Hunden, Hasenfüßen, Philistern, Tugendbolden ist verboten, alte Jungfern und sonstiges Raubzeug müssen an der Leine geführt werden.
5. Der Gesellschaft m.b.H. (mit bissigen Haarbewohnern) ist die Jagd auf gewisse kleine Tiere in den Forsten des Denkerschädels nur erlaubt nach Lösung eines Jagdscheines.
6. Bricht eine ansteckende Krankheit aus, so ist sofort die Feuerwehr zu benachrichtigen. Zu ersten Hilfeleistungen bei Unglücksfällen befindet sich in der Hausapotheke: Heftpflaster, Blutstillungsmittel, Eisbeutel, Brausepulver, Salzheringe und mehrere Eimer. Als ansteckende Krankheiten gelten: Lachkrampf, Pest, Gelbfieber, Krätze, Portemonaie-Schwindsucht, Band-, Bücher- und Drehwürmer, Faulfieber, Rotlauf, Rindviehpest und Maul- und Klauenseuche, Hochdeutsch, Kleptomanie.
7. Sitzt ein Kneipkollege unter Hochdruck bis zu 5 Atmosphären, so hat er den Finger zu zeigen und um Hinauslassung nachzusuchen. Übersteigt jedoch der Druck 5 Pferdekräfte, so fällt diese Formel weg. Er hat schleunigst das Weite zu suchen, aber darauf zu achten, dass er nicht in seiner Hast in eine Tür mit der Aufschrift „Frauen“ eindringt.
8. Gesungen wird, was der Präside vorschlägt. Dieser wird nur stubenreine Texte wählen. Stimmen, die des öfteren zum Diskant überschnappen, müssen schweigen. Zementkehlen müssen geschmiert werden.
9. Der Gemütlichkeit halber muss über der ganzen Tafel eine solche Rauchwolke schweben, dass man Vierecke rausschneiden kann. Keiner erwähne Kotzebue!
IMG_009 10. Frauenziefer dürfen nur in Miniaturhüten erscheinen. Dagegen muss die hohe Dämlichkeit mit dem modernen Überhut, -so leid es dem Kommerskomissionaren tut- ausgeschlossen werden mit Rücksicht auf die Erhaltung der oberen Türschwelle.
11. Ehegesponster haben für diesen Tag ihrer besseren Hälfte den Hausbären abzutrotzen und die Bratpfanne zu verstecken. Jedoch darf es unter keinen Umständen gestattet sein, dass diese Herren während der Vorstellung auf ihren eroberten Hausbären pfeifen, um sich dicke zu tun!
12. Verfügungen von Behörden:

      1. Die Königliche Eisenbahndirektion erlässt folgende Bekanntmachung: Auswärtige Bierleichen können nur im Hundecoupé befördert werden.
      2. Die Kaiserliche Oberpostdirektion verfügt folgendes Verbot: Bei den Dramaten ist nach der Kneipe kein Groschen mehr zu dulden (Anmerk. d. Red. diese Besorgnis ist wohl höchst überflüssig). Das Geldstück würde sonst in einen Briefkasten gesteckt und solange an diesem herumgehauen werden -in Erwartung, dass unten Schokolade herausfiele- bis der Inhalt der Briefe so durcheinander geschüttelt ist, dass kein Schwein es lesen kann. Die Nachtwächter sind angewiesen, solche Vorkommnisse strengstens zu ahnden. Also Vorsicht: Sie ist die Mutter der Porzellankiste.
      3. Die Polizeidirektion erläss;t folgendes Verbot: Das Ausmachen von Laternen ist strengstens verboten. Übrigens sind sämtliche Laternenpfähle mit Fliegenleim bestrichen.
    13. Besondere Ratschläge, auf dem Nachhausewege zu beachten:
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    1. Man stopfe sich gehörig mit Wolle und Sprungfedern aus, damit bei Kollisionen keine Häuser und Laternen beschädigt werden!
    2. Man binde einen wasserdichten Maulkorb vor, damit am nächsten Tage keine Passanten ausrutschen!
    3. Falle man weder in einen Briefkasten noch über einen Strohhalm!
    4. Weder Nachtwächter noch Gesetzesoptiker dürfen vor den Inhalt ihrer Westen getreten werden.
    5. Versehe man sich mit einem wasserdichten Buckel, der aber keinem Kameraden zwischen die Hinterbeine, sondern so benutzt wird: a. als Stütze b. als Tastorgan c. als Notanker, indem man mit ihm um einen Laternenpfahl hakt, um wieder auf die Beine zu kommen, falls man auf Grund geraten ist.

14. An den Schluss möchten wir Kommerskommissionare folgende Hoffnungen und Wünsche richten und knüpfen:

    1. Jeder Teilnehmer möge wohlbehalten zu Hause ankommen.
    2. Hierauf möge jeder mit dem Bewußtsein, sich trefflich amüsiert zu haben und dabei in seine sprießende Lippe murmeln: Beim Gambrinus, das war ein ff. Bierfest, das die Note Ia verdient. Dröge war es nicht, im Gegenteil ein echt fechtfröhliches Stimmungsfest.

15. Alle diese wohlweisen Sätze dienen dazu, damit die nötige Ordnung vorhanden sei. Darum sei jedermann untertan der Obrigkeit, so Gewalt über ihn hat, seid also Täter des Wortes und nicht Hörer allein! Wer es aber dennoch tut, wird bestraft. Obiges tun hiermit kund und zu wissen: Die Kommerskommissionare: Friedrich Voßhage.
Gegeben im zweiten Jahre des Halleyschen Kometen anno 1912 am 7. des Novembers.

IMG_012 Bücherschau. Motto ….god!
I. Dramen von den populären Dichtern der Neuzeit: Th. Mers.
Im Verlage bei Heini X werden nächstens in zweiter Auflage folgende Dramen erscheinen: Auf G..bötzenpapier!

      1. Die Räuber von Schiller: Tief erschütterndes Drama in 2 Szenen.
      2. Die Hugenotten. Historische Tragödie. Voll tiefen Geistes.
      3. Die Kameruner. Romantisches Lustspiel aus dem innersten Herzen des dunklen Afrika. Kolossaler Lacherfolg!
      4. Der kleine Mann. Lustspiel voll tiefen Ernstes. Sämtliche Stücke fanden bei der gesamten Fachpresse vollste Anerkenung.
      II. D.H. Einken wird eine französische Grammatik herausgeben, die alles umwerfen wird. Titel: L’enfant prodikuh.
    III. Eine neue Speziallandkarte von Seckenhausen und Erichshof vom Tourengänger Georg B. Ischoff.

Bauwesen. Einem lange gefühlten Mißstand soll in den nächsten Jahren wirklich abgeholfen werden! An Karl Klunfje ist der Antrag gerichtet, den Ort des Anstandes, neben dem Pferdestall gelegen neue Ausstattung zu geben. Denn ertsens befindet sich nebenan der Ort des Anstandes für „Frauen“, zweitens könnte man bei dem minimalen Platze arg geschunden werden. Da die Sache eilt, wird schon nach zwei Jahren der Kostenvoranschlag die Vorarbeiten der Vorarbeiten betreffend eingereicht werden. Wie wir hören, wird der Ingenieur Herr Wilhelm Behrens die Maurerarbeiten bereitwillig übernehmen.

Neueste Nachrichten

Der D.V. hat Bemm als Spezialberichterstatter nach Montenegro entsandt; seine letzte Depesche lautete: Gefallen: 8 Mann, 1 Offizier, 13 Berichterstatter, 15 Photographen.
IMG_011 Luftschiffahrt. Des D.V.B. Aufwartung auf der Neuenlander Wiese beim Zeppelinfest. Bei diesem Volksfest durfte natürlich Brinkum nicht fehlen. Der D.V. hatte seinen tüchtigsten Vertreter entsandt, nämlich seinen Präsidenten, der als Adjudanten einen mächtigen Kater vom vorhergehenden Peeling-Abend mitgenommen hatte. Als Zeppelin ihm höchst eigenhändig als Vertreter solch würdigen Vereins die Hände drücken wollte, zog er sie schleunigst zurück, da er (der Präside natürlich) Spuren von vergangener Herrlichkeit in Gestalt von halbverdauten Bratkartoffeln auf seinem Anzug sah. Schnell wischte er die verhängnisvollen Spuren mit der rechten Hand ab und streckte diese Hand ihm dann freudestrahlend entgegen! Darauf lud er ihn ein, nach Brinkum zu kommen, mit den Worten: „Lieber Kollege, ich lade dich ein, mit ihren lenkbaren Luftballons nach unserem lieben Brinkum zu gondeln. Für Vorsichtsmaßregeln ist genügend gesorgt. Hier hast du eine Skizze, wie wir das anzufangen gedenken. Auf Wiedersehen in der Schweinehalle!
Mir wird schon wieder unwohl! Moin!Hans Ocker in seinem neuen Deinst -Drckfehlerteufel
IMG_013 Nenne mir Muse die Männer, die hold deiner edlen Kunst sind,
Welche lustig zugleich, feucht-fröhlich und froh sind!
Diese sind’s doch, die dich pflegen auf Brinkums herrlicher Bühne. Nenne göttliche Muse sie mir, du weißt ja alles!Der erste, der würdigste, ist, wie ich meine,
Fritz Ridder, der Gärtner, behäbig und kleine.
Schon oft hat er auf der Bühne gestunden,
die er als sein Ideal empfunden.
Fürwahr! Seine Kunst im Schauspiel ist groß.
In diesem Fache da hat er was los;
die Komik, die spielt er meisterhaft,
sodaß das Publikum Tränen lacht.
Diese kleine, rundliche Person
hat aber bemerkt was Feineres schon:
Hinter Karl’s Tresen, wohl geborgen,
Steht die Flasch‘, die ihn befreit von Sorgen:
Den Peeting, den Peeting den mag er so gern,
Drum schätzen ihn alle von nah und fern.
Und weil er zu den vernünftigen zählt,
hat man gern ihn zum Präsiden gewählt.
Drum frisch auf o Präside im Trinken voran,
Doch so, dass auch jeder mitkommen kann!
Auf gleicher Stufe man mit ihm sieht
Onkel Mers, der den Leuten die Uhren aufzieht.
Doch seine Lieb‘ zur Bühn‘ hat abgelassen.
Sein Ruhm jedoch wird niemals verblassen.
Wer kennt ihn nicht in seinem Hause.
IMG_014 Wie ein Mönch in Klosters Klause?
An seinen Humor reicht keiner hinan
Noch keiner hat’s ihm darin zuvorgetan;
Vorliebe für Damen, ich weiß nicht wie’s kam,
hat er nicht, nur für Kloppsche aus Amsterdam.
Ihm mundet trefflich das Lagerbier
Nur sei erwähnt kein Käse hier!
Sein unschätzlich Verdienst hat man erkannt
und ihn drum zum Ehrenmitglied ernannt.
Auch einem Dritten gebührt grße Ehre
Basselmann dem Meister der Schere;
Auch sein Humor hat viele entzückt,
sein Humor, der ihm immer wieder vorzüglich glückt.
Heini Lohms aus dem Bruch, ein braver Mann
schickt sich besonders zum Hausknecht an;
Diese Rolle spielt er sehr geschickt,
Es sei nur erinnert ans Femgericht.
Heinken Didi indessen zieht ganz sich zurück.
Er hat auf was anders gerichtet den Blick.
H. Hüdepohl spielt auch ganz gut.
D.h. wenn er Lust hat und Mut.
Vorzüglich gelang ihm mit viel Geschick
die Rolle des Bauern im plattdeutschen Stück.
Doch alle, ja alle wünschen vielmehr,
dass immer die Kasse in Ordnung wär‘!
Ihm als einen vernünftigen Mann
traute man nämlich die Kasse an.
IMG_015 Als ruhigen und stillen Mann
man Wilhelm Bode ansehen kann.
Bei seinem stillen Wesen merkt
keiner, dass ihn etwas stärkt:
Oft kommt er nach Brinkum hier,
sich zu freuen am Lagerbier.
Auf der Bühne ist er groß,
aber schade ist es bloß
dass er konnte nicht bei Zeiten
An der Zeitung mitarbeiten.
Bald muss er die Prüfung machen.
Dies ist keineswegs zum Lachen,
Drum so lasst die Gläser klingen,
dass ihm diese mög‘ gelingen!
H. Dunkhase, ein Redner und großer Poet,
weß nicht mehr, wie der Kopf ihm steht.
In jeder Gesellschaft schwingt er ’ne Rede
und tut dabei auch garnicht blöde.
Sonst aber ist er schüchtern
und immer sehr nüchtern.
Er ist nun einmal herzensgut,
bringt nie in Wallung unser Blut.
Drum sei ihm ein donnerndes Prosit gebracht,
dass dem Jungen das Herz im Leibe lacht.
Wer sollte den langen Hans Ocker nicht kennen!
Ein Streichholzgerecke ist er zu nennen!
Er zeichnet sich nur durch sein Längenmaß aus,
und blickt er von oben auf die Füß‘ o Graus!
IMG_016 Es fasst ihn ein Schwindel, ein Zittern und Zagen,
Der Schnupfen kommt erst nach 14 Tagen,
hat er sich die Füße mal nass gemacht.
Und Heini oft im Stillen lacht,
Wenn er ihn in den Laden kann entsenden,
ihm Tücher zu reichen von den Wänden.
Dort kann man den langen immer gewahren,
denn Heini tut so eine Leiter sparen.
Heißt’s aber an der Theke: „Eenen könnt wie noch“.
So säuft der Mensch als wie ein Loch.
Er ist fürwahr ein gutes Haus
und gibt auch gern mal einen aus.
Karl Klöter und Meyer sind auch gute Häuser
und geben auch gern mal einen äu..ßer.
So’n Marschbauer hat doch verdammt viel Geld.
Was nützt es ihm denn, wenn er alles behält.
Der Erich, ein genialer Mann,
Am besten von uns malen kann.
Das Zeichnen hat er entschieden heraus.
Hier in der Zeitung verdient er Applaus.
Groß ist seine Liebe zu jungen Damen,
daran braucht man ihn nie zu ermahnen.
Und stets weiß dieser freche Stift,
wo man die schönsten Mädchen trifft.
Unsere edle Bäckerei
hat im Verein Vertreter zwei:
Der eine ist Karl Reipschläger.
Er spielte gern den Schornsteinfeger
IMG_017 Aus Liebe zu seiner Gastwirtschaft
ist stets er auf unser Wohl bedacht.
Der zweite noch ein Gesell,
ist Bernhard Schaumlöffel.
Dieser Schaumlöffel junior
hat wie der Alte großen Humor.
Viel Bier jedoch kann er nicht vertragen.
Das liegt zu schwer ihm in dem Magen.
Doch ist er ein Turner und Akrobat,
Bulljon er in den Muskeln hat!
In unseren blühenden Verein
Treten auch Schweinekäufer ein:
Einer von diesen ist Fritz Knief,
jetzt versunken in Liebe tief.
Beim „Solo“ man nur noch gebraucht,
Johann Eggers, der Ferkel aufkauft.
Hein Wittrock aus dem Osterbruch
hat sich in Stuhr ’ne Frau gesucht.
Aber von ihrem großen Gewinn
setzen sie nichts zur Kasse hin.
Wer kennt den dünnen Hans Wortmann nicht,
Mit dem allerliebsten Rundgesicht?
In der Schule stand nicht sein Glück,
drum zog er sich in ein Kontor zurück.
Dort kann der „dünne“ noch dicker werden,
noch lange sich freuen auf der Erden.
Ziehgaretten qualmt er fürchterlich,
hat immer ’ne Dampfwolke über sich.
IMG_018 Auf Damen ist er sehr erpicht,
dieser kleine Bösewicht.
Heini Lammers, ein Hochagrarier
ist kein Vegetarier.
Er mag ganz gerne essen.
Noch größer ist doch dessen
Liebe zu der Schauspielkunst.
Bei allen steht er in hoher Gunst,
doch nur der Bauer ihm gelingt.
Unbrauchbar ist er zu anderem Ding.
Als Mitglied ist wohl schätzenswert
Hermann schumacher ehrenwert.
Kürzlich kehrte erst bei ihm ein
Amor mit süßem Tendelein.
Er ist ein sehr begabter Mann.
Als solcher er uns leuchten kann.
Fritz Brand ist ein bedeutender Mann.
Von weitem sieht man’s ihm schon an.
Hoch man ihn als Schauspieler schätzt,
doch hat er die Kriegermütze aufgesetzt,
so ist er ein Eisenbahner gar
mit seinem rabenschwarzen Haar.
Und weil er zu den Vernünftigen zählt,
hat man ihn zum Schriftführer gewählt.
Wenn Heini Wortmann nüchtern ist,
wohl mit ihm zu reden ist.
Er gibt sehr viel auf Landwirtschaft
und wendet daran alle Kraft.
IMG_019 Doch bleibt er uns Dramaten treu
und achtet noch das Gerstengebräu.
Heini Ocker ist ein Faultier.
Streckt am liebsten von sich alle vier.
Die Arbeit für ihn tut der Hans.
Bekannt ist Heini bei den Flammanns;
dort holt er sich öfter neu großen Fesen,
dass man am folgenden Tage braucht einen Besen.
Er führt ein faules Leben wie sein Hund
und wird allmählich auch schon rund.
Er ist ein sehr gemütlicher Mann,
wenn er sich mal hat gütlich getan.
Als unser Tabacksfabrikant
ist Lüder Ellinghausen bekannt.
In Brinkum ist er sehr solid,
in Bremen ‚ jedoch ganz anders aussieht!
Die ganze Stadt ihn beinah kennt,
weil er fast jede Wirtschaft berennt.
Am liebsten sitzt er im Astoria
mit seiner holden Flamme da;
dort heißt er Lothar Hagedorn.
Hier hat man den Namen Vogelsang erkorn.
Ihr alle kennt wohl noch, ich’s hoff‘
unseren lieben Gerd Bischoff.
Er ist jedoch kein „Bischof“,
geht oft nach Erichshof.
Dort sind, so glaub ich, junge Mädchen,
die ihn hinziehn zu ihrem Städtchen.
IMG_020 Selten ist in dem Verein
Fritz Dunkhase, Vollmeierlein.Nach langer Müh‘ und Pein
sind wir zum Schluss gekommen
und jeder in seinem Herzelein
hat wohl nichts übel genommen.
Wenn etwas ihm nicht passt:
Nun so wisst, ich hab nur gespaßt!
Wohlan lasst uns die Gläser füllen
und trinken tief auf aller Wohl
und unseren Unmut niederstillen,
Bis wir sind alle voll!
Wetterbericht für den 9. u. 10. November:

Sonnabend: morgens: Schönes Wetter, gut zum Essen und Trinken.
abends: Sich über Reipschlägers Gasthaus sammelnde Nebelwolken deuten auf eine feuchte Nacht hin.
Sonntag: morgens: Heftige Erderschütterungen, Menschen halten sich an Laternenpfählen fest.
Nachmittags: Sehr warm. Manche Menschen werden unwohl, andere suchen kühle Getränke.
Gegen Abend: Alles wieder benebelt, großes Unwohlwerden.Bode in der Schule: „Kinder passt auf! Wir wollen jetzt den Affen durchnehmen, seht mich an!““Nun durchschaue ich die Sache“ sagte Karl Klöter, als ihm der Boden aus der Jauchetonne fiel!
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Lustige Ecke.

1. Hans Wortmann kommt in ein Geschäft. Als er dort einen gewaltigen Hund sieht, fragt er: „Beisst der Hund?“ Man antwortet: „Haben sie keine Angst, gnädiger Herr, er frisst kein Fett!“
2. Hein Ocker hat wieder mal sehr lange gepennt, sein Schwesterchen schilt ihn daher aus: „Weshalb bist du bloß wieder so spät aufgestanden?“ – „Ich schlafe ja doch so langsam“, entgegnete er.
3. „Das Kamel kann 8 Tage arbeiten, ohne zu trinken“, so wird der Gemahlin unseres Kassierers erzählt; sie erwidert: „Das ist noch garnichts: Ich kenne ein Kamel, dass kann 8 Tage trinken ohne zu arbeiten.“
4. Eine junge hübsche Dame kommt zu Firma Ocker, um Zeug zu kaufen. „Wieviel kostet der Meter von diesem Stoff?“ „Einen Kuss“, anwortete der „Kommis“. „Bitte da geben sie mir drei Meter, meine Großmutter wird bezahlen.“
5. L. Ellinghausen flucht: „Verdammt, wenn ich nur den Kerl mal kriegen könnte, der die Arbeit erfunden hat.“
6. Bei Onkel Mers hat sein Schwesterchen vorgesprochen. Sie sieht nach seinen Goldfischen und fragt: „Hast du den Fischen auch mal frisches Wasser gegeben?“ Mers: „Nein.“ Schwester: „Warum nicht?“ „Sie haben das alte ja noch gar nicht gesoffen.“
7. Hein Ocker hat Besuch von Fr. Dunkhase. Man kommt auf Hunde zu sprechen und Fritz sagt: „Willst du denn nicht glauben, dass es Hunde gibt, die klüger sind als ihre Herren?“ „Doch, doch“ sagt Heini; „ich habe ja selber so einen!“
8. D. Heinken geht im Theater nach dem zweiten Akt weg. Man fragt ihn weshalb. „Hier,“ sagt er, „steht geschrieben: Der dritte Akt spielt erst nach zwei Jahren.“
IMG_022 Wo fühlt Lothar Hagedorn sich zu Hause??
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Für jeden ein Kränzelein!

Hein Wortmann:
Gefährlich ist’s den Leu zu wecken
Verderblich ist des Tigers Zahn
Jedoch der schrecklichste der Schrecken
das ist der Mensch in seinem Wahn. Schiller
Joh. Eggers: Unglückseliges Trompetenspiel! Schiller
H. Lohmann: Ruhe ist die erste Bürgerpflicht!
Un..d..m..i.d: Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr!
Hans Wortmann: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Fr. Ridder: Die Augen gingen ihm über, so oft er trank daraus! Goethe-Faust
H. Dunkhase:
Dies Kind kein Engel ist so rein
Lasst’s eurer Huld empfohlen sein. Schiller
L. Ellinghausen: Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Goethe
H. Hüdepohl: Arbeit schändet nicht! Hesiod
H. Peters: Da geht er hin und singt nicht mehr. Gumbert
G. Bischoff: Das Ewig-Weibliche zieht mich hinan. Goethe-Faust
T. Mers: Genieß was dir Gott beschieden, Entbehre gern, was du nicht hast. Gellert
Hans Ocker: Es ist doch süß, geliebt zu sein! Schiller
Basselmann: Geh nach Jericho und lass dir den Bart wachsen.
Joh. Eggers, Fr. Knief: Gute Leute und schlechte Musikanten. Hofmann
H. Wittrock: Heinrich, mir graut vor dir! Goethe-Faust
E. Bischoff: Spiegelberg, ich kenne dir! Schiller
W. Bode: Stille Wasser sind tief. Luther
IMG_025 Da ich schon viele Klagen über meine Treppe zum oberen Saal gehört habe, werde ich für die Gueseköppe folgenden idealen Fahrstuhl vom Architekten W. Behrens einrichten lassen.
Karl Kluntje
Annoncen

Da die Anforderungen, die die Verwaltung der Dramatischen Kasse und mein kolossaler landwirtschaftlicher Betrieb an mich stellen, zu groß sind, sehe ich mich genötigt die Verwaltung der Kasse abzugeben.
Finanzminister z.D. von Bemm Kochkunst: Am 31. Februar vorigen Jahres beginnt ein neuer Kochkunstkursus in sämtlichen Räumen der Firma Mers. Nur junge Damen von 16 – 19 1/2 Jahren wollen sich melden im Büreau. Erste Treppe links, Fahrstuhl!
Kochdirektor Mers Alle verehrten Teilnehmer werden dringend ersucht, während des heutigen lukullischen, opulenten Essens kein Auge auf den Pionier B. Randt zu werfen, sintemal ebenderselbe aus dem Feldzuge gegen die Montenegriner heimgekehrt ist und dort nicht genug Zoppen gekriegt hat.
Das Komitee Habe von Schipperdierk die Stuhrkuhle angekauft und werde dort ein Thermalbad mit höchstem Komfort errichten, und bitte um gütigen Zuspruch.
Der Direktor H. Lohmann
IMG_026 Wegen Aufgabe dieses Spezialfaches will ich meinen Magenblasen-Darmkatharr öffentlich meistbietend unter den Hammer bringen.
Turmocker
Geschäftsaufgabe

Mit dem heutigen Tage übergebe ich mein Geschäft an Herrn H. Ocker. Derselbe wird es mit allen Aktiven und Passiven übernehmen, und er wird für koulante Bedienung Sorge tragen.
Hochachtungsvoll Fr. Voshage
Photographisches „Atelier“ und Vergrößerungsanstalt
Traueranzeige

Sr. Majestät unserem lieben Kaiser Wilhelm II hat es gefallen, die Großagrarier und Steckrübenstudenten K. Klöter u. Meyer aus unserer Mitte in seine Heerscharen abzuberufen. Gott sei Dank, dass wir sie los sind.
Die LeidtragendenFr. Dunkhase trifft seinen Nachbar H. Ocker, wie er gerade 11.50 aufgestanden ist. Auf die Frage, wie das käme, antwortet Heini:  „Sie haben mich nicht geweckt.“ Fritz: „So, da habt ihr noch keinen Weckschen Apparat!“

Heini Ocker preist einem Geestbauern seine neu patentierten Hosenträger an: „Unn wennt use Vadder mol so’n beten ilig het,..

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Circus im dramatischen Verein

Direktor Hans Ocker, Inhaber des Kunstschweines!
Elite Vorstellung! Aus dem täglich wechselnden Riesenprogramm. Die Musikkapelle unter der Leitung von Knief wird technisch nie dagewesene, ohrenbetäubende Orchesterwirkungen erzielen. Die Szenerie wird beleuchtet von zwei Mondglatzen: Links W. Ortmann, rechts S. Chumacher. Billigster Ersatz für Gaselektropetrlische Laternen. Die Pausen wird der Bauchredner H. Dunkhase mit seinem Gequark ausfüllen. Am Büffet stets frisches Gebäck; für die Güte der Ware bürgt der hohe Preis!Der Equilibrist H. Ocker wird im Stehen mit den Füßen strampeln. Kolossaler Lacherfolg! Urkomisch! DrolligE. Bischoff wird in Oelschnellmalerei ein blechernes Nachtservice mit Ohr und Spiegeln darstellen! Erfolg geradezu blendend! Achtung!
IMG_028 Dann werden die Dompteure B. Ode und D. Unkhase ihre dressierten Schleür vorführen. Diese werden an Blöde des Gesichts ihren Meistern nicht nachstehen! Hochkomisch!

Der Torero D. Heinken im Kampf mit seinen Bullen!
Leute mit schwachen Nerven mögen sich vorher entfernen!

nicht zu blasen!!

IMG_029 Natur in stiller größe,
Herr Mers der frisst gern‘ !Briefkasten Ich erhielt vor kurzem von einer ausländischen Firma auf Bestellung eines Haarwuchsmittels nebenstehende Dose, ohne Beschreibung. Nun bitte ich um Auskunft, wie ich diese wohlriechende Masse zu verarbeiten habe. H. W. Dies ist die holde Weiblichkeit, die immer gerne ist bereit, wenn wir Theater machen wollen, zu spiel’n die schönen Liebesrollen.
IMG_030 Über allen Bechern ist Ruh‘,
Bei allen Zechern spürest du
Des Katers Hauch,
Er naht mit Kummer und Sorgen,
O, warte nur, morgen
Hast du ihn auch.
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