Der Krieg ist zu Ende

Bericht eines Brinkumers über seine Zeit in der Kriegsgefangenschaft.

Am 14. April 1945 kam ich bei Iserlohn in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Vom 21. April 1945 bis 15. Mai 1945 lag ich über sechs Wochen in Erdlöchern auf den Rheinwiesen Rheinwiesenlager bei der Brücke von Remagen und Sinzig.

Einen Bericht eines anderen Gefangenen über die Zustände in diesem Lager finden Sie hier: »»»
Hierbei handelt es sich um einen Auszug aus: www.bruecke-remagen.de

Danach wurden wir von Sinzig über Belgien nach Le Havre-Bolbec verlegt. Hier war ich Prisoner of War (POW) -1357760
Auch zu diesem Lager verweise ich auf einen Bericht eines anderen Kriegsgefangenen, der folgendes schrieb:
„… kamen wir nach Bolbec nahe Le Havre, ein Lager, das durch grausame Verhältnisse bekannt wurde. Die von den Amerikanern eingesetzte deutsche Lagerleitung und das Küchenpersonal verschob die für uns bestimmten Nahrungsmittel, und herrschte mit von den Amerikanern geduldeter Grausamkeit.“
Quelle: www.dhm.de

Anfang August wurden wir nach Chartres verlegt.
Hier in Chartres wurden aus allen französischen Lagern die kriegsgefangenen Theologiestudenten zusammengezogen und konnten ihre Studien fortsetzen oder auch beginnen. Für die Jüngsten gab es einen Abiturkurs.
Einen besonderen Eindruck hinterließ der Besuch des in Paris residierenden Nuntius Roncalli, dem späteren Papst Johannes XXIII.

Anfang November wurden wir nach Annecy, Savoyen verlegt. Das Lager befand sich in den französischen Alpen in ca. 1.500 Meter Höhe. Die Schneehöhe betrug über 2 Meter.

Die letzte Verlegung war am 18.12.1945. Nach fünf Tagen Fahrt erreichten wir das Bergwerk Deschy im Departement Calais-Douai. Am Heiligabend fuhr ich erstmals in den Schacht.

Nach vier Wochen wurde ich sehr krank. Aus dem Rippenfell wurden mir zwei Liter Wasser entzogen.

Dann kam ich bis zum 20. Mai 1946 in ein Aufbaulager in Quiéry-la-Motte. Von dort aus wurde ich dann entlassen.

Als ich in Gefangenschaft geriet, wog ich 70 kg, bei meiner Entlassung nur noch 42 kg.