Balbos Familienausflug

Du, Papa, können wir nicht mal Sonntag eine Tour mit dem neuen Mercedes machen und irgendwo schön Kaffee trinken?“
Seine beiden Deerns Ingrid und Ulla beknieten ihren Vater Johann (Balbo) Helms und „sien Minsch“, so nannte er stets seine Frau, stimmte dem Wunsch kopfnickend zu.
„Darf unsere Freundin mit?“ „Ssüh, denn hebbt ji dat all vorher bekakelt?“
„Ja!“
„Na, denn man to!“
Die „Panzen“ also zu dritt auf den Rücksitz (Anschnallpflicht gab es noch nicht) und ab ging die Post! Johann hatte Hunger, und so war im Heiligenroder Klosterhof schon Endstation. Sehr gemütlich bei Kaffee, Schwarzwälder Kirsch- und Indianertorte.
Und hinternach, nach einigen Bieren, musste Johann mit den zwischenzeitlichen Abschiedsworten „Ick mutt mohl utpetten“ zur Toilette.
Geraume Zeit verging – kein Papa erschien. Langsam wurde es unheimlich, bis er dann endlich erleichtert zum Tisch zurückkehrte.
„Papa, was war denn? Warum hat das denn so lange gedauert?“
Johann: „Dat weer di wat! Ick konn „em“ nich finnen. Ick hebb dacht, ick hebb keenen mehr!“
Der Grund: Er hatte seine lange Unterhose verkehrt herum an!
Johanns Abschlusskommentar: „So is dat, wenn dat Minsch bi’n Anklatern nich oppasstl“ Zwischenruf von Friedchen, seiner angetrauten Gattin: „Aber Vadder!?!“
Was soll man dazu noch sagen?

Quelle:
Lieben Gott sein Bleistift
Karl-Heinz Meyer erzählt Geschichten aus Bremen und umzu (2001)
Druck: Rauschert Druck, Brinkum
Mit Genehmigung des Verfassers