Robert Tewes

An der Bahnhofstraße in Brinkum, kurz vor der Autobahnbrücke, lebt die Familie Niemeyer. Die nachfolgende Geschichte spielt eine Generation zurück, also mit den Eltern des jetzigen Besitzers.
In einem solchen Garten- und Gemüsebaubetrieb reißt bekanntlich die Arbeit nie ab. So musste sich Heinrich Niemeyer auch nach Arbeitskräften umsehen, die ständig „greifbar“ waren. Er fand u.a. auch Robert Tewes, einen elternlosen Jungen, der dann im Haus wohnte. Und mit der Aufnahme eines Waisen in die Familie tat er auch ein gutes Werk. Und Robert war froh, dass er gut aufgehoben war und pünktlich von Mudder Niemeyer sein Essen bekam. Wie sagte man früher: Er war wie Kind im Haus!
Robert war arbeitsam, hatte aber auch eine Schwäche: Er schlief gerne lange und war daher am frühen Morgen schlecht aus dem Bett zu kriegen. Dann musste der Chef stets leicht Gewalt anwenden. Ein nasser Waschlappen war nicht immer zur Hand, war auch ein zu gelindes Mittel unter Männern. Eine stärkere Dosis musste helfen. Heinrich – rechter Schuh in die Hand, Bettdecke ruckartig weg und mit dem Absatz einen Schlag auf den blanken „Achtersteven“.
Solch ein Schuhabsatz hat oft die Einprägung eines Markenzeichens und so hieß, weil sich dieses Zeichen eingedrückt hatte, Robert Tewes fortan „Robert Continental“.

Quelle:
Lieben Gott sein Bleistift
Karl-Heinz Meyer erzählt Geschichten aus Bremen und umzu (2001)
Druck: Rauschert Druck, Brinkum
Mit Genehmigung des Verfassers