Schorse Lehmann

In dieser Geschichte spielen drei Brinkumer Männer die Hauptrolle, sie ist allerdings -zig Jahre her und war damals noch möglich. Hier die Personen: Otto Höhl, Georg Hohnhorst und Georg Lohmann. Von Georg Hohnhorst diese kleine „Story“ vorweg.
Da kommt doch mein Nachbar zu ihm in die Werkstatt, um für seinen Vater etwas zu erledigen. Georg steht am Amboss und schlägt im gleichmäßigen Takt auf ein glühendes Stück Eisen ein. Und, damit diese Arbeit nicht so eintönig vonstatten geht, ruft er bei jedem Schlag: „Siebntung, Siebntung…“. Mein Nachbar: „Mensch, Onkel Hohnhorst, was rufst du da immer? Siebntung, was heißt das denn? “
„Ja, mein Junge, ich kann doch nicht immer nur „Achtung“ rufen, das ist doch langweilig, nicht?“
Aber diese Geschichte nur am Rande. Die andere geht so:
Georg Lohmann, übrigens der Stifter des Areals für das jetzige Sportzentrum in Brinkum (mit der Bedingung, die Wilhelmstraße in Georg-Lohmann-Straße umzubenennen), hatte einen „runden“ Geburtstag. Und da muss man ja was machen.
Er wohnte in dem Rest einer Kegelbahn, wo heute die Kreissparkasse steht. Diese „Bude“, wie er selbst sein Heim bezeichnete, war in ständiges Halbdunkel gehüllt, also für einen Schabernack herrlich geeignet. Hohnhorst und Höhl legten an einem Tag seiner Abwesenheit ein Kabel entlang der Syker Straße mit Endstation Lautsprecher in seinem Schlafgemach.
Am Morgen seines Geburtstages (sehr früh) legten sie die Platte „Alte Kameraden“ auf und setzten sie mit voller Lautstärke (bei Textilien sagt man XXL) in Gang.
Die Legende sagt, dass Georg Lohmann ob dieser morgendlichen, fast nächtlichen Ruhestörung ruckartig senkrecht im Bett gestanden habe. Die Sprungfedermatratze hat noch soeben standgehalten.
Das Kabel wurde dann nach dem Genuss einiger Alkoholika wieder eingerollt.

Quelle:
Lieben Gott sein Bleistift
Karl-Heinz Meyer erzählt Geschichten aus Bremen und umzu (2001)
Druck: Rauschert Druck, Brinkum
Mit Genehmigung des Verfassers